Alle können betroffen sein.

In der Wissenschaft wird Burn-out durchweg nur an die Berufswelt gebunden gesehen
(z. B. Jaggi, Burnout – praxisnah, Zürich, 2008, S. 6: »… eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung.«).
Neuerdings wird die Erkrankung aber selbst bei Arbeitssuchenden beobachtet und diagnostiziert. Und was nur auf den ersten Blick noch erstaunlicher ist: Leiharbeiter sind eine höchst gefährdete Gruppe. Arbeitsplatzwechsel in höchster Frequenz, dabei erheblich weniger Anerkennung durch schlechtere Bezahlung als Arbeiter zweiter Klasse bei nicht gewährter Betriebszugehörigkeit, das zehrt an vielen sehr. Dann die immer drohende Zurückweisung an den Vermittler durch weniger als eine Kündigung, das ist eine ungeheure Verunsicherung.
Und – Beruf oder nicht – wieso kann man die Erschöpfung einer Mutter mehrerer Kinder, die den Haushalt versorgt, nebenbei noch ›dazuverdient‹ oder überhaupt alleine verdient, den Familienchauffeur abgibt und den ›ganzen Laden‹ organisiert, also die Managerin eines mittelständischen Betriebes, die letztlich keine Minute für sich alleine hat – wieso kann man diese Überforderungserschöpfung nicht Burn-out-Syndrom nennen? Weil die Wissenschaft es so nicht vorgesehen hat?
Die Lebenswirklichkeit ist hier schon viel weiter, das Burn-out-Syndrom bedroht alle gleichermaßen.

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